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BUND Rhein-Pfalz-Kreis

Hotel am Silbersee in Bobenheim Roxheim?

Gemeinde erhält vorläufig die Rote Karte von Naturschützern für den Bebauungsplan „SILBERSEE – TEILBEREICH SCHARRAU/BADESTRAND": Jetzt entscheiden Unabhängige!

Pressemitteilung vom 16.04.2018

Pressemitteilung vom 05.11.2018

Ein naturnaher, kleiner Badestrand mit Kiosk lässt die Bevölkerung nach getaner Arbeit Ruhe und Ausgleich finden. Inmitten wertvollster Natur: Denn das Silberseegebiet in Bobenheim-Roxheim ist vollständig als Vogelschutzgebiet nach europäischer Richtlinie geschützt, zu großen Teilen ein EU-Fauna-Flora-Habitat und teilweise nationales Naturschutzgebiet. Nun soll dort mit Hilfe eines Investors ein Wellness- und Tagungshotel entstehen. Dadurch wird es selbstverständlich zu negativen Beeinträchtigungen, wenn nicht sogar teilweisen Verlust des wertvollen Naturgebietes kommen. "Vom Naturschutz-Juwel zur Kommerz-Insel?"  

Wir leben in einem der dichtbesiedelten Gebiete Deutschlands, dürfen uns Bürger einer Metropolregion nennen. Je weiter weg die Menschen leben, desto falscher ist ihr Bild von Ludwigshafen und Umgebung, denn es fällt allen zuerst der Chemiestandort, die Wirtschaftsmetropole, ein.

Aber: Wir haben auch in dieser Kernzone der Metropolregion sehr ruhige, naturnahe und naturschützerisch höchst wertvolle Flächen. Im Fall des Gebietes rund um den Silbersee in Bobenheim-Roxheim darf man sogar von einer überregionalen Bedeutung sprechen: Es ist Lebensraum für so streng geschützte Tierarten wie Eisvogel und Kammmolch, auch die so seltene Europäische Sumpfschildkröte lebt seit einigen Jahren wieder hier.

Als Rastplatz dient es vielen Vogelarten wie Schnatterente, Krickente,  Knäkente, Zwergtaucher, Schwarzhalstaucher, Zwergsäger, Silberreiher. Im Sommer brüten hier seltene Wasservögel, eine Vielzahl an Amphibien haben hier ihren Landlebensraum und Gewässer für das Laichen.

Bis ins "Herz" des Gebietes reicht der am 20.04.2018 rechtskräftig gewordene Bebauungsplan der Gemeinde, mit dessen Hilfe einem Investor nun ein Wellness- und Tagungshotel ermöglicht werden soll, anstelle des seit langem aufgelassenen Hofgutes Scharrau. "Vom Naturschutz-Juwel zur Kommerz-Insel?". Ideenreich ist es nicht, wertvolle Naturschutzflächen wirtschaftlich auszubeuten. Denn so viele große, zusammenhängende und abwechslungsreiche Naturschutzgebiete haben wir in der Metroploregion nicht. Wer dort investieren darf, dem gibt man die "Filetstücke" preis. Die Naturschutzverbände prüfen unterstützt von Anwälten, ob eine Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan aussichtsreich ist. Was ist unsere Pflege- und Aufwertungsarbeit im Landkreis wert, der Kauf und die Umwandlung vergleichsweise kleiner Flächen, wenn die Schmuckstücke des Naturschutzes durch kommerzialisierte Nutzungen abgewertet werden.

Wann begreift unsere lokale Politik, dass es bereits 12 Uhr im Naturschutz ist?

Wieso muss so oft die Natur und die noch unbesiedelte Landschaft herhalten, wenn die Wirtschaftsförderung oder Investoren eine Idee haben?

Wie laut müssen eigentlich die Glocken schlagen, dass Ihr merkt, dass das immer weiter in die Restnatur hineingeschlagene Wirtschaftswachstum uns allen am Ende einen wichtigen Teil des Lebenswerten nimmt?

Fast zeitgleich ist die Presse voll von Berichten über die Katastrophe, dass bei uns in Deutschland in 20 Jahren mehr als 75% der Insektenbiomasse und ebenso viele Vögel (Anzahl) verschwunden sind. Die Naturzerstörung ist viel weiter fortgeschritten, als viele Naturschützer dachten! Die Äcker sind zu naturschützerischen Wüsten gemacht, die letzten Rückzugsgebiete werden ausgebeutet, bis vielleicht ein angerufenes Gericht „Nein“ sagt.

Die Natura 2000-Gebiete sind in ihrem Wert zu erhalten, es besteht ein Gebot zur Verbesserung ihres Zustandes. Tagungshotel statt aufgelassenem Hofgut, Restaurantanlage statt Kiosk, Parkplatz statt Waldparkplatz – wer mag da von geringem Wertverlust für das FFH- und europäische Vogelschutzgebiet sprechen?

Mehr... beim BUND Landesverband 

Besonders im Winter, wenn die Badegäste und die Wassersportler verschwunden sind nutzen viele Wasservögel das Gebiet als Rast- und Winterquartier. Auch der inzwischen selten gewordene Biber und die Sumpfschildkröte haben ein Plätzchen gefunden.

Zur Finanzierung der Klage brauchen wir finanzielle Unterstützung.

(Verwendungszweck:„Klage Silbersee“).  

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Für Rückfragen:

Charlotte Reutter

Naturschutzreferentin BUND Landesverband RLP,
E-Mail schreiben Tel.: 06131 62706-23

Doris Stubenrauch

1. Vorsitzende
E-Mail schreiben Tel.: 06234/ 12 89

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