BUND Rhein-Pfalz-Kreis

Bodenschutz statt Betonschmutz

Am 5. Dezember ist der Welt-Bodentag. Ein Tag zum innehalten und darüber nachzudenken wie viel Flächen und damit Böden pro Tag versiegelt werden. Wertvolle Böden, die der Natur, den Pflanzen und Tieren nicht mehr zugänglich sind. Die Bundesregierung hatte sich mit der Nachhaltigkeitsstrategie bereits 2002 das Ziel für 2020 auf 30 Hektar Versiegelung gesetzt. Tatsächlich werden in Deutschland täglich 81 Hektar Land bebaut, das sind etwa 116 Fußballfelder.

Doch warum sind Böden für uns wichtig?

Was von manchen so respektlos als Dreck abgewertet wird ist in Wirklichkeit eine kostbare dünne Haut unseres Heimatplaneten. Die einzigartige Zusammensetzung aus Mineralien, Humus und Bodelebewesen und die daraus entstehende Struktur liefert Pflanzen und Tieren optimale Lebensbedingungen. Ohne Böden keine Nahrung und keine Artenvielfalt. Böden filtern den Niederschlag und es entsteht Grundwasser mit Trinkwassergüte. Darüber hinaus speichern sie fünfmal so viel Kohlenstoff wie die gesamte Biomasse auf der Erde und wirken so dem Klimawandel entgegen. Die Bildung eines fruchtbaren Bodens dauert im Durchschnitt mehrere tausend Jahre. Böden sind also eine nichterneuerbare Ressource. Durch eine immer weiter ansteigende Versiegelung gehen wertvolle Böden und Agrarflächen verloren.

Der BUND plädiert die Flächenversiegelungen einzudämmen. Noch immer bedeutet Wachstum eine Ausweitung der Flächenversiegelung und damit unwiederbringlicher Zerstörung wertvoller Böden. Das Beispiel der Gemeinde Neuhofen, die im neuen Flächennutzungsplan fast 24,5 Hektar neue Flächen für Bebauungen zulassen möchte, zeigt die enormen Aussmaße der neu geplanten Versiegelungen. Das Problem besteht im Wesentlichen darin, dass eine dreidimensionale Nutzung des Raumes wesentlich höhere Erträge verspricht als eine zweidimensionale. Wenn Ackerland zu Bauland wird sprach man früher sogar von der „vierten Fruchtfolge“.

Wir müssen unsere wertvollen Böden schützen und besonders die Nischen in denen wir noch eine intakte Natur finden. Daher schlägt der Der BUND den Schutz wertvoller Flächen, die unsere Heimat charakterisieren, vor. Neuhofen ist geprägt von Auenwald, Seen, feuchten Wiesen und Moorbereichen. Die Flächen sind jedoch räumlich von einander getrennt und daher schlagen wir eine Biotopvernetzunglinie zwischen diesen wertvollen Gebieten, die teilweise unter Naturschutz stehen vor. Das ist das Neuhofener Woog mit wertvollen Schwarzerlen und moorigen Bereichen, Randgebiete der Schlicht mit schönen Wiesen und Auenwaldbereichen, den Kisterweiher, der seltene streng geschützte Arten beheimatet und den Unterwald, der als Auenwald zu den Hotspots der Biodiversität ( Artenvielfalt) zählt und viele bedrohten Arten ein Zuhause gibt. So könnte diese Vernetzungsachse aussehen.

Die BUND Ortsgruppe Neuhofen

BUND Aktive aus Neuhofen (© N.Obersheimer)

 

Die BUND Ortsgruppe Neuhofen besteht seit dem 15. August 1990 als eigenständige Gruppe innerhalb des Kreisverbandes. Auf lokaler Ebene wird aktiver Natur- und Umweltschutz geleistet. Die wichtigsten Themen zur Zeit sind: 

  • Aufruf zur Baumspende und Baumpatenschaft in Zusammenarbeit mit der Ortsgemeinde Neuhofen für mehr GRÜN und besseres Klima im Ort.
  • Einrichtung des Spazierwegs Baum des Jahres entlang des Rehbachwanderwegs. Regelmäßige Fortführung des Projekts durch jährliche Neupflanzung oder Ausweisung des jeweils aktuellen Baum des Jahres sowie Pflege und Erhaltung der vorhandenen Informationstafeln
  • Nistkasten und Insektenhotelpflege
  • Streuobstwiesenmahd und Baumpflege
  • Seit 1990 regelmäßige Teilnahme am Neuhofener Weihnachtsmarkt
  • Stellungnahme zu örtlichen Bebauungsplänen

Die Ortsgruppe aktiv

Im Jahr 2015 feierte der BUND Neuhofen 25-jähriges Jubiläum und blickte auf die geleistete Arbeit zurück:

  • 2014: Kauf eines Wiesengrundstücks am „Geraden Weg“, das als Rückzugszone für Feldtiere und Vernetzungsinsel erhalten bleiben soll.

  • 2013: Hochbeet für Küchenkräuter bei „Pro Seniore“ angelegt und mit den BUND-Spechten bepflanzt.

  • 2010: Kräuterbeet  auf der Streuobstwiese errichtet und Infotafeln zum Themenschwerpunkt „Pflanzen und Tiere des Feuchtbiotops“ aufgestellt

  • 2009: Erweiterung der Streuobstwiese durch Pflanzung von alten Pfälzer Obstsorten.

  • 2008: Bau und Errichtung eines Insektenhotels auf der Streuobstwiese am Badeweiher zum Schutz der Wildbienen.

  • 2007 – 2013: Regelmäßige Kindergruppe „BUND-Spechte“ mit naturpädagogischen Themen und Angeboten nach dem Motto „Natur erleben mit allen Sinnen“

  • 2007: Eröffnung des Spazierwegs Baum des Jahres entlang des Rehbachwanderwegs.

  • 2005: Aktionen rund um „Autofasten“, einer Initiative der Kirchen und des BUND

  • Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden auf dem Gelände der Rehbachschule einheimische Obstbäume, ein Feldahorn und eine blühende Hecke angelegt.

  • Ende der 90er: Umgestaltung der Waldparkzufahrt durch Entsiegelung und anlegen eines Pflanzbeetes. Dadurch werden pro Jahr rund 85 m³ Regenwasser weniger in die Kanalisation eingeleitet.

  • Seit Herbst 1998 Unterstützung des Angelsportvereins bei der regelmäßigen Kontrolle der Wasserqualität des Badeweihers.

  • Sommer 1996: „Mobil ohne Auto“, Einkaufswettfahrt Fahrrad gegen Auto. Damit nahm die Ortsgruppe zum Thema Mobilitätsverhalten in Neuhofen Stellung.

  • 1993: Beauftragung und weitestgehende Finanzierung eines ökologischen Gutachtens für den Badweiher. Das Gutachten wurde von der Universität Heidelberg erstellt und diente als Grundlage für die Umgestaltung und Nutzungsänderung des Badeweihers, die in den nachfolgenden Jahre von der Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Badeweiher umgesetzt wurde.

  • Regelmäßige jährliche Durchführung von Pflege – und Mäharbeiten im Feuchtbiotop und auf der Streuobstwiese.

  • Aufhängen, jährliche Pflege und Kontrolle von ca. 40 Vogelnistkästen im Unterwald, am Rehbachweg und im Woog

  • Anlegen einer Streuobstwiese an der Industriestraße/ Woogstraße

  • Pflanzung von 10 Eichen entlang des Rehbachweges

  • Seit 1990 regelmäßige Teilnahme am Weihnachtsmarkt. 1994 wurden die  „Neiheffer Rehbachschiffchen“ auf dem Weihnachtsmarkt eingeführt

  • Die Umgestaltung des Freigeländes des Kindergartens St. Nikolaus gemeinsam mit den Erzieherinnen und Eltern in den Jahren 1992 und 1993 war ein landesweit beachtetes Projekt, das ebenfalls mit öffentlichen Mitteln gefördert wurde.

  • Erstes großes Projekt und Anschub für die Gründung der Ortsgruppe war die Anlage eines Feuchtbiotops am Rehbachwanderweg Ende der 80er Jahre. Das Projekt wurde von der BUND Kreisgruppe angeschoben und tatkräftig unterstützt. Auch öffentliche Fördermittel sind in die Umsetzung des Projekts eingeflossen.

25 Jahre BUND Ortsgruppe Neuhofen

Regelmäßige Treffen

Die BUND Ortsgruppe trifft sich jeden dritten Mittwoch im Monat, 19.30 Uhr im Haus der Vereine Ludwigshafener Str. 25 in Neuhofen.

Manfred Dzengel

1. Vorsitzender
E-Mail schreiben Tel.: 06236/ 55383