BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Rettungsnetz für die Wildkatze


Foto: Thomas Stephan

Noch vor 150 Jahren waren Wildkatzen in den Wäldern Deutschlands weit verbreitet. Seitdem haben die Bestände kontinuierlich abgenommen. Durch die immer stärker voranschreitende Zersiedlung der Landschaft oder den Bau neuer Verkehrswege leben Wildkatzen heute zurückgezogen in teilweise stark voneinander isolierten Vorkommen. Die Tiere können ihre Waldinseln kaum noch ungefährdet verlassen. Ohne Wanderungen in neue Reviere und einen genetischen Austausch ist das Überleben der letzten echten "Waldkatzen" aber langfristig gefährdet.

Um einen Austausch der Populationen zu fördern und damit das Leben von Wildkatzen und anderen Wildtieren zu ermöglichen plant der BUND einen Wildtierkorridor. Der Korridor soll aus einem Netz von Wild-Wanderwegen bestehen und durch ganz Deutschland verlaufen. Bestehende Wälder und zu schaffende Korridore sollen ein Rettungs-Netzwerk von über 20 000 Kilometern Länge bilden.

Die BUND Kreisgruppe Rhein-Pfalz-Kreis hat sich 2008 mit einem lokalen Projektvorschlag eingebracht: Unser Ziel ist, die Rheinauen (südlich Ludwigshafen bis Germersheim) über das Waldgebiet zwischen  Schifferstadt und Haßloch an den Pfälzer Wald anzubinden. Der Pfälzer Wald ist ein wichtiger Lebensraum der Wildkatze, im Schifferstadter Wald wurden in den vergangenen Jahren einzelne Exemplare gesehen. Dort versuchen wir gemeinsam mit der Jägerschaft der Wildkatze aktiv zu einer stabilen Population zu verhelfen (z.B. werden sogenannte Wurfhöhlen für die Aufzucht ausgebracht). Mit dem Kauf von Grundstücken (finanziell unterstützt von der Kreisverwaltung) zwischen Schifferstadter Wald und Rheinauen, die wir zu geeigneten Trittsteinen aufwerten, leisten wir einen weiteren wichtigen Schritt für eine Leitart des Naturschutzes.

 

  



Wildkatzenwurfhöhle




BUND-Aktiver Wolfgang Kluger beim Aufhängen einer Wildkatzenwurfhöhle im Schifferstadter Wald.

Nachweis von Wildkatzen

Um einen genetischen Nachweis über das Vorkommen von Wildkatzen im Schifferstadter Wald zu erhalten, wurde ein Lockstab mit Badrian präpariert. Sobald sich nun eine Wildkatze an dem Lockstab reibt, bleiben unweigerlich Haare an diesem hängen, die zum Nachweise verwendet werden können. Zusäzlich wurde in der Nähe eine Kamera installiert.

Bisherige Besucher des Lockstabes aufgenommen mit Fotofallen






Im Schifferstadter Wald leben Europäische Wildkatzen. Das haben Gen-Analysen bewiesen, meldet der Bund Naturschutz (BUND). Für die Naturschützer ist das ein weiterer Grund für den Bau einer Grünbrücke über die A 61

Fellhaare haben nun Gewissheit gebracht, meldet der BUND: Ein in der Nähe der A 61 im Schifferstadter Wald gefundenes Büschel stamme definitiv von der Europäischen Wildkatze. Eine Genanalyse habe das bewiesen und damit Beobachtungen von Jägern und Naturschützern bestätigt. Es ist nicht das erste Mal, dass der BUND Anzeichen für das Vorkommen des scheuen Wildtiers vermeldet. Seinen Angaben zufolge ist auch schon ein Wildkatzen-Schädel Wald entdeckt worden und eine überfahrene Wildkatze auf der Autobahn. Die Naturschützer fordern, dass bei Schifferstadt eine Grünbrücke über die Autobahn gebaut wird. Auf dem Weg vom Pfälzerwald über den Speyerer Ordenswald in Richtung Rheinauen müssten Wildtiere irgendwo über die viel befahrene Straße, argumentieren sie. Bislang haben BUND und Jäger bei der Landesregierung dafür aber aber keine Unterstützung für diese Idee gefunden. (häm)

Weitere Informationen zum Rettungsnetz finden Sie hier:

       Spenden-Formular für den Rheinpfalz-Kreis

Quelle: http://rhein-pfalz.bund-rlp.de/themen_projekte/projekte/wildkatzenkorridore/