Sie befinden sich hier:

Lebensräume vernetzen

Die Lebensräume werden immer stärker durch Siedlungen, Gewerbegebiete, Straßen oder Bahnlinien zerschnitten und damit zu unüberwindbaren Barrieren für Pflanzen und Tiere. Die Folgen sind:

  • Zusammenhängende, naturnahe Flächen werden immer kleiner
  • Die naturnahen Flächen werden durch eine Vielzahl Straßen getrennt.
  • Im landwirtschaftlich genutzten Offenland herrscht in vielen Fällen Baum- und Heckenfreiheit.

Die Konsequenz ist, dass vor allem Waldbewohner in "grünen Inseln" leben, die durch Straßen und Siedlungsflächen voneinander getrennt sind. Dabei ist die Vernetzung von Lebensräumen ( Habitate) besonders für am Boden lebende Tiere zum Überleben wichtig. Selbst wenn in Lebenräumen durch Umwelteinflüsse oder Krankheiten große Bestandseinbrüche einer oder mehrerer Arten eintreten, können sich Populationen wieder durch Zuwanderung aus anderen Lebensäumen erholen. Die Zerschneidung von Lebensräumen, auch "Habitatfragmentierung" genannt, gilt heute als eine der wichtigsten Ursachen für den Artenverlust.



Vernetzt Lebensräume (Habitate)


Zerschnittene Lebensräume (Habitate)

Wie schwerwiegend die Trennwirkung durch Straßen ist, wurde durch wissenschaftliche Untersuchungen Ende der 1970er Jahre erkannt. Die Erkenntnis kam leider zu spät: Ein ehrgeiziges Ausbauprogramm für Autobahnen, Land- und Umgehungsstraßen in den 1960er und 1970er Jahren war bereits abgeschlossen, ohne dass man vorhandene Vernetzungsstrukturen berücksichtigt hatte. Die Folgen der Verinselung von Lebensräumen - insbesondere durch den Fernstraßenbau - liegt als Zukunftsaufgabe vor uns. 

Regionale Vernetzung Pfälzerwald Rheinauen


Zum Vergrößern anklicken

Die Zerschneidung von Lebensräumen durch die A61, A65 und die B9 sorgen für eine starke Verinselung von Lebensräumen in der Vorderpfalz. Der Pfälzer Wald, Odenwald und die Wälder in der Ebene und Auenwälder sind nahezu unüberwindlich voneinander getrennt. Im Rhein-Pfalz-Kreis ist die verlorengegangene Anbindung des nördlichen und mittleren Pfälzer Waldes über den Ordenswald (Neustadt bis Schifferstadt) zu den Rheinauen zu beklagen. Das landschaftlich und naturschützerisch noch wertvolle Auengebiet zwischen Ludwigshafen und Speyer ist durch Ludwigshafen im Norden, Speyer im Süden und die A61 komplett vom Hinterland getrennt.

Vernetzung der Lebensräume im Rhein-Pfalz-Kreis

Seit vielen Jahren beschäftigt sich unsere Kreisgruppe mit der Wiedervernetzung

  • Zwischen Harthausen und Mechtersheim hat die BUND-Kreisgruppe Rhein Pfalz und Speyer, örtliche Naturschutzvereine und die Naturschutzbehörde Grundstücke in der Agrarlandschaft aus der intensiven Landwirtschaft herausgenommen. Es entstanden Trittsteine (wenig oder naturnah bewirtschaftete Flächen) und so ein Vernetzungskorridor. Der Ordenswald und die Rheinauen südlich Speyer "wachsen wieder zusammen".
  • Der Einsatz für eine Grünbrücke über die A61 wurde nach vielen Jahren Anfang 2015 mit Erfolg gekrönt: Die Grünbrücke ist genehmigt.



Zum Vergrößern anklicken

Wir engagieren uns für die Entwicklung des Grünkorridors zwischen dem Rheinauengebiet LU/SP (derzeit völlig isoliert vom Hinterland!) und dem Ordenswald bei Schifferstadt. Diese Vernetzungslinie ist nach Norden die letzt mögliche im Oberrheingraben und hat deshalb eine besondere Bedeutung. Die derzeit diskutierte Ölbohrung zwischen Waldsee und Otterstadt wäre kontraproduktiv.


Luftbilder des geplanten Vernetzungskorridors bei Waldsee/Otterstadt


Blick von Westen über den geplanten Vernetzungskorridor. Die geplante Ölbohrfläche liegt inmitten des Korridors (Foto: Marten Kranz)


Blick nach Westen: Vernetzungskorridor, Ordenswald und der Pfälzerwald im Hintergrund. (Foto: Marten Kranz)


Für Rückfragen:

Dr. Rolf Götz (stellv. Vorsitzender BUND Rhein-Pfalz-Kreis): 01577/633 7069 oder Rhein-Pfalz-Kreis@bund-rlp.de

 

Vortragsreihe: "Zerschneidung und Wiedervernetzung von Lebensräumen"

Mit der Vortragsreihe zeigt der BUND gelungene Beispiele für Wiedervernetzungen von Lebensräumen.

Mehr...



Ihre Spende hilft.

Suche

Metanavigation: