BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Zerschneidung und Wiedervernetzung der Naturräume in Deutschland

Die Zerschneidung und Zersiedelung der Landschaft ist einer der wichtigsten Gründe für den Artenverlust in Deutschland und Mitteleuropa. Mehr als hundert Jahre Aufbau unserer modernen Verkehrsinfrastruktur (insbesondere Straßen) haben dazu geführt, dass die „Naturinseln“ immer geringere Flächenausdehnung haben und ein Artenaustausch am Boden verringert, oft sogar nahezu vollständig unterbunden ist. Das hat katastrophale Folgen für die Biozönosen. Der BUND unterstützt und forciert Maßnahmen zur Wiedervernetzung der Naturräume. In der Vortragsreihe wurden zunächst die Entwicklung und gegenwärtige Situation der Verinselung der Landschaft behandelt und mögliche Lösungsansätze und deren Voraussetzungen dargestellt. In den Folgevorträgen wurden dann, anhand dreier Beispiele, bedeutender Projekte für die Wiedervernetzung gezeigt. Wir werden in Deutschland wahrscheinlich auch hundert Jahre benötigen, um die wichtigsten Vernetzungslinien wieder herzustellen. Mit der Vortragsreihe wurde gezeigt, wie zukunftsorientiert und engagiert vom Naturschutz in diesen Projekten gehandelt wird. Die Vortragsreihe wurde in Kooperation mit der VHS Rhein Pfalz durchgeführt.

Einführungsvortrag

Dr. Rolf Götz (BUND Rhein-Pfalz-Kreis) referierte zum Thema Zersiedelung und Zerschneidung der Landschaft: Der "geplante" Artenverlust"

Goitzsche Wildnis


 In der Goitzsche bei Bitterfeld – einer ursprünglich idyllischen Auwaldlandschaft am Muldelauf – wurde fast ein ganzes Jahrhundert Braunkohle abgebaut. Nach der Wiedervereinigung war der Abbau jedoch nicht mehr profitabel und die Tagebaue wurden stillgelegt. Zurück blieb eine 62 Quadratkilometer große Mondlandschaft.


Bereits im Jahr 2000 hatte der BUND erkannt, dass aus dieser "vernutzten" Landschaft mittelfristig ein Kleinod entstehen würde, wenn man der Natur freien Lauf lässt. Deshalb begann der BUND, mit Spendengeldern Flächen in der Goitzsche zu kaufen. Auf diesen Flächen darf sich die Natur ungehindert entfalten. 

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Das Grüne Band - vom Todesstreifen zum Vorzeigeprojekt des Naturschutzes


Fast 40 Jahre lang war Deutschland geteilt. Die innerdeutsche Grenze wurde mit Mauern, Stacheldraht und Wachtürmen streng bewacht. Viele Menschen verloren ihr Leben bei dem Versuch, sie zu überwinden. Familien und Freunde waren über Jahrzehnte getrennt. Gleichzeitig gab diese Grenze der Natur eine Atempause. Sie wurde zum Refugium für viele seltene Pflanzen und Tiere. Einzigartige Biotope bilden heute ein einzigartiges, länderübergreifendes "Verbundsystem" verschiedener Lebensräume – mit einer Länge von rund 1.400 Kilometern.
Der BUND hat die Einzigartigkeit dieses Naturraums früh erkannt und engagiert sich seit den 70-er Jahren für die Region. Aus dem ehemaligen Todesstreifen wurde eine Lebenslinie – das Grüne Band.

Das BUND Rettungsnetz Wildkatze: Die flächige Wiedervernetzung in Deutschland


Unberührte und vor allem zusammenhängende große Waldgebiete gibt es in Deutschland kaum noch. Landwirtschaft, Siedlungen, Straßen und Bahnlinien zerschneiden die Wälder. Für die Europäische Wildkatze und viele andere Tiere des Waldes wird es zunehmend eng. Die Populationen von Wildkatze oder Luchs sind inzwischen so klein und so weit voneinander getrennt, dass ihr Überleben und damit die biologische Vielfalt auf dem Spiel stehen.

Im Rahmen des "Artenschutzprojektes Wildkatze in Rheinland-Pfalz" hat OEKO-LOG die letzten wichtigen Rückzugsräume in Eifel, Hunsrück und Pfälzerwald erfasst. Konkrete Maßnahmen zur Vermeidung von Fehlabschüssen, zur Reduktion der Erschließung durch Straßen und Waldwege, sowie zur Sicherung von Aufzuchtstätten in Bunkern und Altholzbeständen dargestellt. Im Bienwald werden seit drei Jahrzehnten Wildkatzen beobachtet. Ob diese Vorkommen stabil sind und ob es trotz der rasanten Entwicklung des Verkehrs und Ausdehnung der Siedlungsgebiete mit den Vorkommen im Pfälzerwald vernetzt ist, wurde von OEKO-LOG im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes Bienwald untersucht. „Die Untersuchung der Wildkatze als Leitart im PEP Naturschutzgroßprojekt Bienwald“ gab zahlreiche Hinweise, welche Maßnahmen sinnvoll sind, um die Population zu sichern und zu stärken.

Grüne Korridore aus Büschen und Bäumen

Der BUND schützt die biologische Vielfalt in Deutschland und Europa, indem er sich für die Wiedervernetzung und den Schutz der Wälder einsetzt. In Pilotprojekten zeigt er, dass und wie ein Waldverbund funktioniert. Bei der Waldvernetzung orientiert er sich an den Ansprüchen der Europäischen Wildkatze, auch Waldkatze genannt. Dort wo es der Wildkatze gut geht, fühlen sich auch viele andere Arten wohl. Gemeinsam mit Politik, Behörden und BürgerInnen knüpft der BUND so am Rettungsnetz für die Wildkatze.

 

Perlenschnur des Biotopverbundes


Um ökologische Schätze einst kriegerischer Gemäuer zu bewahren, setzt sich der BUND mit dem Projekt „Grüner Wall im Westen“ für den Erhalt der Bunkeranlagen an der westlichen Landesgrenze zwischen Holland und Bodensee ein.

Die Bunker sind wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen geworden. Manche Bunker liegen wie Inseln in der Agrarlandschaft – für die Wildkatze und andere Tiere ideale Zufluchtsorte.

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Quelle: http://rhein-pfalz.bund-rlp.de/themen_projekte/aktionenveranstaltungen/vortragsreihe_vernetzung_von_lebensraeumen/