BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Vorsorge gegen Druckwasserschäden beim Hausbau

In unserem 4. Bericht haben wir die Entstehung von Druckwasser infolge von Hochwasserereignissen im Rhein und Rehbach dargestellt und erläutert.
Heute möchten wir gerne auf die Grundwasser/ Druckwasserprobleme eingehen, die in den letzten zwei Jahren in verstärkter Form in den tiefer liegenden Ortsteilen von Neuhofen aufgetreten sind. Diese Probleme sind vollkommen unabhängig von irgendwelchen Hochwasserereignissen in unseren Flüssen und Bächen und sind allein auf stark gestiegene Grundwasserstände zurück zuführen. Wie wir in unserem 3. Bericht erklärt haben, unterliegt der Grundwasserstand zum Teil starken Schwankungen, die weit mehr als einen Meter betragen können.

Deshalb sollte jeder Bauherr, bevor er mit der Planung seines Hauses beginnt, bei der zuständigen Wasserbehörde Informationen über den Verlauf der Grundwasserstände der letzten Jahrzehnte einholen. Die zuständige Behörde für unseren Raum ist die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD – Süd; Telefon: 06321/99-0) in Neustadt an der Weinstraße. Dort werden bei der Regionalstelle für Wasserwirtschaft (Tel. 06321/994- 0 die Grundwasserstände an den einzelnen amtlichen Messstellen über Jahrzehnte hinweg aufgezeichnet und dokumentiert.


In der Regel beginnen die Probleme mit feuchten Kellern bereits, wenn der Grundwasserstand die Bodenplatte des Kellers erreicht. Je nach Qualität des verwendeten Betons und der ausgeführten Bauweise können bereits durch im Beton aufsteigende Feuchtigkeit Probleme verursacht werden, die zu einer Verschlechterung des Klimas in den Kellerräumen führen. Steigt das Grundwasser weiter an, so stellt im Regelfall die Fuge zwischen Bodenplatte und Kellerwänden die kritische Stelle dar, durch die Feuchtigkeit bzw. Wasser in den Keller eindringt.


Wie in den meisten anderen Fällen auch, wären hier vorbeugende Maßnahmen, die bereits beim Bau des Hauses hätten ausgeführt werden müssen, die beste Lösung gewesen, um feuchte bzw. nasse Keller von vorneherein zu vermeiden. Eine dauerhaft sehr sichere Lösung stellt hierbei die so genannte “weiße Wanne“ dar. Bei der weißen Wanne wird Beton eingesetzt, der auf Grund seiner Zusammensetzung und Qualität nur einen sehr geringen Hohlraumgehalt aufweist. Denn nur da wo Hohlräume vorliegen, dringt das Wasser leicht ein. Durch zusätzliche Bewehrungslagen wird die Bildung von feinen Haarrissen im Beton verhindert, so dass der Beton als wasserundurchlässig (wu) bezeichnet werden kann.

Diese Eigenschaft kann noch deutlich verbessert werden, wenn unter der Bodenplatte eine durchgehende Kunststofffolie verlegt wird, die als Sperrschicht gegen aufsteigendes bzw. von unten drückendes Wasser wirkt. Möglichen Undichtigkeiten zwischen Bodenplatte und Kellerwand begegnet man bei der Weißen Wanne, in dem man ein wasserundurchlässiges Fugenband zwischen Bodenplatte und Wand einbaut oder die Wände zumindest teilweise in einem Arbeitsgang gemeinsam mit der Bodenplatte betoniert.


Eine andere Möglichkeit Grundwasser und Druckwasserproblemen bereits beim Hausbau zu entgegnen, stellt die Ringdränage dar, die bei einem freistehenden Haus, auch im Nachhinein noch installiert werden kann. Die Ausführung der Ringdränage und weitere alternative Lösungsmöglichkeiten stellen wir in unserem nächsten Bericht vor.

Quelle: http://rhein-pfalz.bund-rlp.de/og_neuhofen/publikationen/grundwasser_teil_5/