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Druckwasser und seine Entstehung

In unserem letzten Bericht hatten wir versucht das Thema Grundwasser näher zu erläutern. Wie wir berichtet haben fließt das Grundwasser in unserer Region in etwa von Westen (Pfälzerwald, Haardt) in Richtung Osten und tritt in seinem obersten Grundwasserstockwerk spätestens im Rhein zu Tage. Wenn der Rhein bzw. seine Nebengewässer nun Hochwasser führen, ist der Wasserspiegel in den Flüssen und Bächen höher als der Grundwasserspiegel und das Grundwasser kann somit nicht mehr frei abfließen. In diesen Situationen bildet sich das so genannte Druckwasser, das für Neuhofen äußerst problematisch ist und vor allem in der nördlichen Ortslage (Ringstraße, Waldstraße, Dammstraße, Austraße aber auch Heinestraße, Rosengasse, Ehrhartstraße, Friedenstraße und Buschstraße) zu erheblichen Problemen führt.

Wie entsteht nun Druckwasser und wie breitet es sich aus? Wie bereits erwähnt, ist bei Hochwasser der Wasserstand in den Bächen und Flüssen, vor allem aber im Rhein, höher als der Grundwasserstand, so dass zum einen das Grundwasser nicht mehr frei abfließt, und zum anderen das Wasser aus dem Rhein zusätzlich über die Uferböschungen in den Boden drückt. Durch den Druck des Rheinwassers in den Boden, wird der Abfluss des Grundwassers verhindert und es steht ein stetiger wachsender Grundwasseraufstau, der sich ins Binnenland ausbreitet. Je länger das Hochwasser andauert, umso weiter bildet sich der Grundwasserrückstau aus. Hat der Rhein eine bestimmte Hochwassermarke erreicht, so dass er über die Rehbachmündung in den Rehbach zurückströmen würde, wird die Rehbachschließe in der Großwiesenstraße, das ist die Verbindungsstraße von Rheingönnheim nach Altrip, geschlossen.

Der Rehbach fließt nun auch nicht mehr frei ab und beginnt sich langsam aufzustauen. Dieser Aufstau setzt sich bei großen Hochwasserereignissen von der Rehbachschließe, über die Waldmühle, die Affenwiesen, den Unterwald und das Wildgehege bis zur B9 fort. Wird ein der kritische Wasserstand von 94,20 müNN erreicht, wird der so genannte Sommerdeich, der quer durch den Unterwald verläuft überflutet, und das Hochwasser dringt bis an den Deich an der Ringstraße vor. Im Unterwald steht dann das Hochwasser bis zu 2 m über Gelände. Durch den hohen Wasserdruck, drückt sich das Wasser mit der Zeit unter dem Deich durch und dringt in die Kellerräume der angrenzenden Wohnbebauung ein.

Je länger das Hochwasser andauert, umso größer werden die Druckwasserprobleme und damit die Überflutungswahrscheinlichkeit der Kellerräume. Lässt die Hochwasserwelle im Rhein nach, so dass der Wasserstand hinter der Rehbachschließe höher ist als im Rhein, wird diese geöffnet und das aufgestaute Wasser fließt wieder ab.Da sich im Untergrund diese Fließverhältnisse nicht so schnell umkehren, dauert es meist noch ein paar Tage bis das Druckwasser nachlässt und die Kellerräume nicht mehr belastet werden.

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Quelle: http://rhein-pfalz.bund-rlp.de/og_neuhofen/publikationen/grundwasser_teil_4/