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Feldberegnungsproblematik

In unserem 2. Bericht möchten wir die in der letzten Zeit häufig angesprochene Problematik der Feldberegnung in der Vorderpfalz ansprechen und aus unserer Sicht erläutern.

Die gesamte Vorderpfalz ist über einen Beregungsverbund erschlossen und wird mit Wasser aus dem Otterstadter Altrhein versorgt. Die Beregnungsfläche ist rund 13.000 Hektar oder 130.000.000 m² groß. Auf dieser Fläche werden pro Jahr rund 13.000.000 m³ Wasser verregnet. Die Zahlen wurden Presseberichten entnommen. Diese Beregnung entspricht einer Niederschlagshöhe von rund 13.000.000 m³ : 130.000.000 m² = 0,1 m oder 100 mm oder 100 l/m². Man kann davon ausgehen, dass ca. 20 – 25 % davon nicht von der Pflanze genutzt werden können und ins Grundwasser absickern. Dies führt zu einer Grundwasserneubildung von 100 mm x 0,25 = 25 mm pro Jahr.


Der Anteil des Niederschlags, der versickert und zur Grundwasserneubildung beiträgt, das heißt, der auch für den Grundwasseranstieg maßgeblich verantwortlich ist, beträgt ebenfalls rund 25% des Jahresniederschlags.
Bei einer Niederschlagshöhe von rund 800 mm pro Jahr ergibt sich folgende Menge: 800 mm x 0,25 = 200 mm pro Jahr oder 200 l pro Quadratmeter und Jahr. Die Grundwasserneubildung aus dem Niederschlag ist somit rund acht Mal größer als der Anteil, der sich aus der Feldberegnung ergibt.


Die oben angeführte überschlägige Berechnung könnte nun zu dem Trugschluss führen, dass die Feldberegnung gar keinen bzw. keinen nennenswerten Einfluss auf die hohen Grundwasserstände in der Vorderpfalz hat. Dies ist aber nicht so. Denn zu der jährlichen Grundwasserneubildung von 25 mm aus Feldberegnung ist die fehlende Entnahme des Grundwassers von jährlich rund 100 mm hinzu zuzählen, so dass sich im Laufe der Zeit eine Aufspiegelung der Grundwasserstände durch die Feldberegnung ergibt, die in Abhängigkeit von den jährlichen Niederschlägen deutlich verstärkt werden kann. So sind letztendlich auch die extrem hohen Grundwasserstände der letzten 2 – 3 Jahre erklärbar. Diese wurden übrigens in der Zeit zwischen 1965 und 1970 schon einmal erreicht bzw. sogar noch übertroffen.

Wenn man nun glaubt, durch die bloße Umstellung der Feldberegnung auf Grundwasser wären die hohen Grundwasserstände sofort oder zumindest innerhalb kürzester Zeit vom Tisch, unterliegt man einem weiteren Trugschluss. Denn soviel Wasser, das zu einer raschen Absenkung des Grundwasserspiegels führen würde, wird für die Beregnung gar nicht benötigt. U.E. ist es richtig und sinnvoll eine mittelfristige Lösung zu suchen, die in Abhängigkeit von den klimatischen Verhältnissen aus einer ausgewogenen Entnahme von Grundwasser und der Verwendung von Beregnungswasser aus dem Otterstadter Altrhein besteht.

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