Sie befinden sich hier:

Neuhofen Unterwald - Stellungnahme



Im Jahr 2005 wurden über den Unterwald unter den Schlagworten „Zustand des Unterwalds, Lagerung gefällter Bäume, Waldbrandgefahr, Totholz, Fällarbeiten an gesunden Bäumen, Fällen einsturzgefährdeter Bäume, Verkehrssicherungspflicht“ sowohl in der vorletzten Bürgerversammlung als auch unter verschiedenen Neuhofener Bürgern, in der Agenda 21 und im BUND Neuhofen sehr unterschiedliche Meinungen vertreten.

Um über den Sachverhalt möglichst objektiv diskutieren zu können, wurde auf Veranlassung des BUND am 05.11.2005 eine Ortsbegehung des Unterwaldes durchgeführt. Hierzu wurden Neuhofener Bürger, die Agenda 21, der zuständige Revierförster und die Leiterin des übergeordneten Forstamts Pfälzer Rheinauen eingeladen. In dem ca. zwei Stunden dauernden Treffen wurden verschiedene Bereiche des Unterwaldes begangen und die Sachlage unter den Betei-ligten teilweise kontrovers diskutiert.



Zusammenfassend ist folgendes festzuhalten:


Positives:

Der Neuhofener Unterwald befindet sich in einem guten, naturnahen Zustand.

Er kann als typisches Beispiel für einen Auenwald gelten, d.h. mit teilweise sehr dichtem Strauchbewuchs und einer guten Mischung aus altem und jungem Baumbestand.

Pro Jahr wächst deutlich mehr Holz nach als eingeschlagen wird.

Der Totholzanteil ist trotz des optischen Eindrucks für einen Auenwald als normal einzustufen.

Um die Artenvielfalt zu fördern, werden vertrocknete Bäume nicht gefällt und das Geäst nach Fällarbeiten nicht abgeräumt.

Da der Wald insgesamt sehr feucht ist, besteht nur eine sehr geringe Waldbrandgefahr. Auch die Gefahr der Ausbreitung eines möglichen Waldbrandes ist eher als gering einzustufen.

Der Verkehrssicherungspflicht (Fällen einsturzgefährdeter Bäume oder überhängender Äste) wird nur nachgekommen, wo dies erforderlich ist.


Negatives:

Gefällte Bäume bleiben oft über Jahre liegen. Hierauf hat die Forstverwaltung allerdings keinen Einfluss, da alle gefällten Bäume ordnungsgemäß bezahlt wurden und die Abräumverpflichtung im Verantwortungsbereich der Eigentümer bzw. Käufer liegt.

Aus Gründen der Waldbewirtschaftung werden auch gesunde Bäume gefällt. Dies dient der Freistellung zukunftsträchtiger Bäume bei zu geringem Abstand sowie dem Erlös durch Holzverkauf.

Der Wald macht im Bereich verschiedener Wanderwege einen etwas “verwilderten“ Eindruck.


Resümee:

Der Neuhofener Unterwald befindet sich insgesamt in einem guten, naturnahen Zustand. Die Gefahr, dass der Wald in seiner Gesamtheit zerstört wird, entbehrt jeder Grundlage, da der Nachwuchs einen deutlichen Überhang gegenüber dem Einschlag hat. Auf Grund der relativen Feuchtigkeit (auch während trockener Sommer) ist die Waldbrandgefahr eher gering. Totholz ist für die Artenvielfalt sehr wichtig und sollte möglichst nicht aus dem Wald entfernt oder gehächselt werden.


Empfehlung:

Der Kontakt zum Förster und zur Forstverwaltung sollte aufrechterhalten und gepflegt werden. Der Umfang der vorgenommenen Fällarbeiten sollte beobachtet und gegebenenfalls hinterfragt werden. Gemeinsame Begehungen im mehrjährlichen Rhythmus sind zu empfehlen.



Ihre Spende hilft.

Suche

Metanavigation: