BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


1991 - Sommerlinde


Unsere Sommerlinde steht am Rehbachwanderweg, in der Nähe der Gemeindeverwaltung Neuhofen. Bei diesem Baum handelt es sich um eine noch recht junge Sommerlinde von ca. 26 Jahren. Sie kann bis zu 40 Meter Höhe erreichen und viele hundert Jahre alt werden. Die Sommerlinde wächst in den nördlichen gemäßigten Breiten. Der Name Linde kommt vom nordgermanischen „linda“ für Binde, denn aus ihrer Rinde wurde Bast zur Herstellung von Seilen und Kleidung gewonnen.

Verwendung :

Lindenholz ist zäh, fest, biegsam aber wenig elastisch. Es wurde gerne von Holzschnitzkünstlern zur Herstellung von Heiligenfiguren und Altären verwende Ein Beispiel dafür ist der bekannten St. Jakob Blutaltar von Tilman Riemenschneider. Aber auch Waffen, wie Speere und Bögen wurden daraus gefertigt. Heute findet das Holz Verwendung bei der Herstellung von Spielwaren, Gefäßen und Truhen sowie als Furnierholz und für hochwertige Filter- und Zeichenkohle. Allerdings schmeckt dieses aromatische Holz auch dem Holzwurm, der entsprechend große Schäden anrichten kann.

Heilkunde :

Lindenblüten enthalten u.a. Schleim, Zucker, Gerbstoffe und ätherisches Öl. In den Kräuterbüchern des 16. Jh. wurde der Lindenblütentee als schweißtreibendes, fiebersenkendes Heilmittel bei Erkältungen und Grippe beschrieben. Für Bienen - und damit auch für uns- ist die Linde als Honigbaum sehr wichtig.

Mythologie und Brauchtum :

Den Germanen war die der Liebesgöttin Freya geweihte Linde heilig und Sitz der guten Geister. Sie war u.a. Sinnbild für Liebe, Fruchtbarkeit und Glück sowie Ort der Wahrheit und Gerechtigkeit. Deshalb standen die Linde früher in der Mitte des Dorfes als Baum der Rast, der Besinnung, der Zusammenkünfte und diente als Tanzplatz für die Bevölkerung. Auch als Freiheitsbaum ist sie bekannt. Flüchtende, die ihr schützendes Dach erreichten, durften nicht ergriffen werden. Unter der Linde wurde auch Gericht gehalten, z.B. im Harz bis zum Jahre 1870. Durch die Christianisierung wurden aus Freya-Linden Marien-Linden. Man findet sie deshalb auch häufig vor Kirchen und Klöstern.

In vielen Ortsnamen und Gasthäusern kommt das Wort Linde vor: Lindau, Lindenfels, Lindek, Leipzig früher Lipze = Lindenort. Auch ein sehr bekanntes Lied ist der Linde gewidmet: Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum ..., wer kennt es nicht?


Quelle: http://rhein-pfalz.bund-rlp.de/og_neuhofen/projekte_pflegeaktivitaeten/baum_des_jahres/1991_sommerlinde/